Religion in Neetha
Wie schon ihr Beiname Die Von Phex Und Efferd Gesegnete offenlegt, prägte der Kult dieser beiden Götter traditionell und heute wieder zunehmend das religiöse Leben der Stadt. Doch Neetha wurde mit dem Opfertod der Heiligen auch die Stadt der Thalionmel und das Ziel von Rondra-Pilgern aus der ganzen Welt. Heute ist der Tempel des Sieges der größte Neethas, und der wöchentliche Feiertag heißt hier Rondratag und nicht Praiostag wie andernorts.
In der Stadt stehen Tempel der Götter Rondra, Phex, Efferd, Tsa, Rahja, Hesinde und Praios. Mit den Niederlassungen des Heilig-Blut-Ordens und der Badilakaner sind Schreine von Horas und Travia verbunden. Im Hesinde-Tempel gibt es einen Schrein des Halbgottes Nandus und eine Kapelle der Hl. Canyzeth, in der Ardariten-Burg eine Kapelle der Hl. Ardare. Jeder Tempel kümmert sich auch um die Schreine derselben Gottheit (so vorhanden) in den umliegenden Dörfern.
Die höheren Geweihten gehören nach Lebensstil und Ansehen zur Oberschicht, die Tempelvorsteher sitzen im Senat der Stadt und in der Curia des Erzherzogs. So nimmt es nicht wunder, daß der Eintritt in einen Tempel mehr mit der Protektion der Kavaliere und Patrizier und der Versorgung von Zweitgeborenen als mit göttlicher Berufung zu tun hat. Die Hochgeweihten entstammen oft dem Landadel der Provinz Chababien und wissen die Interessen ihrer Familien und Gönner mindestens ebensogut zu vertreten wie die Lehren ihrer Glaubensgemeinschaft.
Die Armen dagegen sind in all ihrem Elend inbrünstig religiös geblieben. Es ist Phex, der sie das Überleben lehrt, Efferd, der sie vom Fischfang heimkehren läßt, Rondra, die ihre Stadt verteidigt hat. Die besondere Zwölfgötter-Frömmigkeit der Neethaner ist auch auf die Auseinandersetzungen mit dem Eingott-Glauben der Novadis zurückzuführen. Immer noch brechen Missionare vom Bund des Wahren Glaubens von hier zu den Irrgläubigen auf. Als Stadtheilige wurde die Kaiserin Neetha fast vollständig durch Thalionmel ersetzt.
Die Menschen opfern den Göttern unter Beifall, Geschrei und Dankestränen: Kerzen, Weihrauch, Geld, Blumen, Zweige, Speisen. Selbst die im Liebesakt verströmte Kraft soll zu Rahja fließen und ihr Lust bereiten. Nur noch selten fließt für Rondra das heiße Blut von Opfertieren (Tauben, Lämmer, Ziegen). Die heutigen Pilger spenden Waffen, Rüstungen, Silber, einige Tropfen des eigenen Blutes. Mit dem Rauch der Brandopfer sollen die Gebete nach Alveran steigen. Für Efferd werfen sie Gaben ins Meer. Wenn bei den großen religiösen Feiern der Klingelbeutel zur Kollekte umgeht, geben die Armen mehr hinein als mancher Patrizier. Diese stiften lieber pompöse Kenotaphe und Altäre zur höheren Ehre der Familie – auch wenn sie sagen: Omnia ad maiorem gloriam Deorum. Die heutigen Tempelbauten verdanken ihr Inneres der Eslamidenzeit (dem goldenen Zeitalter der Stadt), als sie mit üppigen Altären im Ucurianischen Stil ausgestattet und mit großformatigen Fresken ausgemalt wurden.
Doch die Menschen brauchen zur Anbetung nicht nur unsichtbare Götter und Heilige, sondern vor allem etwas Greifbares, und so zeigen fast alle Tempel irgendwelche Reliquien toter Heiliger und Geweihter, seien es die Tunika der Hl. Thalionmel, der Kehlkopf der Hl. Susanna von Engasal oder schmutzige Knochen in goldenen Reliquiaren, die besser kein Anatom untersuchen sollte ;-) Voll Inbrunst küssen alte und junge Neethaner diese Gegenstände und hoffen durch Berührung selbst ein wenig heiliger zu werden.
Tempel und Schreine
Rondra
Phex
Efferd
Tsa
Rahja
Horas
Hesinde (Nandus)
Praios
Travia
Religion in Chababien
Geburt
Hochzeit
Tod
Feiertage
Wochentage
Das Zeltlager der Rondra-Pilger
Die Geschichte der Stadt
weiter