Der Tempel des Phex
Der öffentliche Phex-Tempel steht an der Ecke Großer Markt / Phex-und-Efferd-Straße. Über dem Haupteingang leuchtet die Inschrift Efarde FexeQue Saluta – von Phex und Efferd gesegnet. Die bronzenen Flügeltüren kommen aus dem früheren Seeköniglichen Palast. Im Inneren gibt es keine große Halle, sondern viele kleine Zimmer. Auf den ucurianischen Altären in Gold und Silber ist schon mal ein altes Glückslos ausgestellt; Fresken zeigen das Handelsleben, Kontore, Kaufleute beim Geldzählen, reiche Warenladungen, von eifrigen Arbeitern geschleppt – ein ganz und gar diesseitiges Panorama. Die Händler und Gläubigen kommen zum ruhen, plaudern, spielen, Geschäfte machen und auch beten. Die wichtigen Familien haben ihre eigenen Zimmer, kümmern sich um Schreine und Altäre, stiften neue. Abwechselnd hier und im Efferd-Tempel versammeln sich die Patrizier und Hochgeweihten der Stadt zum Senat. Das Senatszimmer weist eine prächtige vergitterte Loge auf, sodaß der Erzherzog den Verhandlungen ungesehen lauschen kann, ohne formal zugegen zu sein. Prinz Timor ist ein häufiger Gast des Tempels. In den Hinterzimmern befinden sich die Büros der städtischen Beamten. Hier amtiert auch das Schiedsgericht für Streitigkeiten auf dem Großen Markt mit je einem Geweihten des Phex und Efferd als Beisitzer. Der Vogtvikar verwaltet als erzherzöglicher Grand-Camerlengo die Steuergelder ;-) und fungiert als städtischer Prokonsul. Seine bekannteste Aufgabe ist jedoch die Lotterieziehung jeden Markttag. Ein Seiteneingang führt in die öffentliche Latrine, die vor allem von Fremden benützt wird – Eintritt 1 Kreuzer. Spötter sagen nicht nur darum, das Tempelmotto sei pecunia non olet – Geld stinkt nicht! So gilt denn auch die Registrierkasse des Hl. Odenius (aus Rethis gestohlen) als wichtigste Reliquie des Tempels.
Piro dappa Podillio, der Vogtvikar
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