Die Kleinkriminalität


Die Stadtbürokratie mästet sich an Bestechungsgeldern: Der typische Beamte fände es unhöflich, sich an ihn mit leeren Händen zu wenden ;-) Ohne Schmiergelder oder Empfehlungsschreiben geht also gar nichts. Gerissene Winkeladvokaten mit oder ohne Rechtsschule kümmern sich um alles: Gerichtsakten, Pässe, Lizenzen, Geldstrafen usw. Kapern sie einen guten Klienten, tun sie alles, um seine Angelegenheit zu verschleppen: So können sie immer wieder kleine Geldbeträge kassieren. Das Vertrauen in Gesetze und Gerichte ist daher gering: Streitigkeiten zwischen Neethanern werden oft mit einem Duell auf dem Großen Markt ausgefochten.
Die Geschicklichkeit und Dreistigkeit der Neethaner Taschendiebe sind berüchtigt. Und wer auf offener Straße bestohlen wird, kann kaum auf Unterstützung zählen: auf den Hilferuf "Haltet den Dieb!" weichen die Leute lieber aus, um keinen Ärger zu bekommen. Hehlerei ist ein blühendes Gewerbe, für das sich eigens der berüchtigte Westmarkt etabliert hat. Die typischen Taschen- und Herbergsdiebstähle und Trickbetrügereien richten sich vor allem gegen Pilger und Durchreisende. In den nächtlichen Gassen von Chababbiata werden leichtsinnige Reisende überfallen und beraubt.
Die städtische Polizei ist unterbesetzt und kann wenig mehr tun, als in ihrem Büro im Stadtgefängnis Anzeigen entgegenzunehmen. Gelegentlich werden Rechtswahrer in das Umland ausgeschickt, die Büttel, Richter und Henker in einem sind. Für den Schutz der Günstlinge des Prinzen Timor sorgt ‘sein’ Heilig-Blut-Orden. Die erzherzöglichen und kaiserlichen Soldaten jedenfalls sind für Polizeidienste nicht zuständig. Im wesentlichen sind Städter und Reisende also auf sich allein gestellt: Wer es sich leisten kann, bezahlt Schutzgeld oder Leibwächter.

Die Casanostra
Dschadir Scriptatore, ein Gerichtsbeamter
Der Karzer
Der Praios-Tempel (Stadtgericht)

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