Hochzeit
Wenn sich zwei ledige junge Leute verschiedenen Geschlechts verlieben und heiraten wollen, müssen sie sich an die Eltern wenden. Denn diese sollen traditionell Braut und Bräutigam für ihre Kinder aussuchen und die Hochzeiten arrangieren. Die beiden Familien verhandeln, wer zu wem zieht, wer den Haushalt führt und wie hoch die Mitgift ausfällt. Einer der beiden jungen Leute tritt in die Familie des anderen ein und erhält auch deren Familiennamen.
Wo es einen Tempel gibt, bitten die Brautleute um den Segen der Zwölfgötter; in den Städten (Neetha, Chetoba, Thegûn) sucht man sich einen der mehreren Tempel aus. In den kleinen Dörfern müssen Brautleute ohne Priester auskommen. Hier werden oft durchreisende Geweihte gebeten, den Bund nachträglich zu segnen, doch gültig und heilig ist er bereits zuvor.
Unmittelbar vor der Hochzeit versuchen die Freunde von Braut und Bräutigam noch scherzhaft, die beiden auseinander zu bringen, was bis zur ‚Entführung des Bräutigams' geht. Die Braut kann ihn durch symbolische ‚Bestechungsgeschenke' auslösen.
Die eigentliche Hochzeit beginnt in der Abenddämmerung mit dem Zug der Braut oder des Bräutigams mit ihrer/seiner Familie in das Haus der anderen Familie. Dort wird sie/er vom künftigen Gatten vor dem Haus empfangen, über die Schwelle getragen und den Eltern zum Segen dargeboten. Das Hochzeitsmahl schließt sich an, bei dem auf das Wohl des Brautpaares getrunken wird und die Eheleute den Hochzeitskuß tauschen. Während die Hochzeitsgäste die ganze Nacht tanzen, geleiten Freundinnen und Freunde die jungen Eheleute in das Hochzeitsgemach und lassen sie allein, um Rahja zu opfern.
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