Der Handelshafen


Die Wogen des Meeres brechen sich an den Blöcken der Ufermauern, aber der größte Teil des Hafengeländes ist festgestampfter Lehmboden, auf dem sogar einige Bäume wachsen. Gemauerte Molen und hölzerne Bootsstege strecken sich in das Wasser hinaus, aus dem auch viele Pfähle ragen, an denen man Boote befestigen kann. Der Tidenhub von Ebbe zu Flut beträgt je nach dem Stand des Mondes zwei bis drei Schritt.
Die Chabab-Mole deutet wie ein Finger nach Westen, an dessen Spitze sich die Wasser des Chabab mit dem Meer der Sieben Winde vermählen, die Efferd-Mole trennt die beiden Becken des Handelshafens, die Horas-Mole legt sich wie ein schützender Arm vor den Kriegshafen.
Neetha ist der beste Hafen für eine Schiffspassage zu den Zyklopeninseln – bei gutem Wetter erkennt man die Inseln Ronda und Arkis am Horizont. Reisende erhalten gegen gutes Geld einen kaiserlichen oder königlichen Paß ausgestellt, und kommt ein Handelsschiff aus fremden Reichen oder Provinzen, fallen kaiserliche, königliche oder erzherzögliche Zölle an.
In der Hafenmeisterei kann man Informationen über ein- und auslaufende Schiffe einziehen, im Efferd-Tempel für eine glückliche Reise danken oder bitten. Ein Büro der Seefahrer-Gilde Efferdgeschwister kümmert sich um Seeleute in Notlagen, eine Werft legt neue Schiffe auf Kiel. Im Hafen finden sich viele billige, teils auch verrufene Tavernen: Silberner Fisch, Zyklopenauge, Rostiger Anker, Schartiges Entermesser. Aber auch Garküchen und fliegende Händler bieten Speis und Trank an.
Eine Vielzahl kleiner, rot, grün oder blau gestrichener, Fischerboote wiegt sich in den bezähmten Wellen. Aber auch dicke Potten, schlanke Karavellen und vielrudrige Galeeren werfen ihre Anker in Neetha. Lastenträger und Seeleute ent- oder beladen sie mit Hilfe hölzerner Kräne und schleppen Waren zwischen Schiffen und Lagerhäusern hin und her. Unter bunten Sonnensegeln prüfen Beauftragte der Handelshäuser mit ihren Waagen Mangen und Gewichte.
Abends fahren die Fischer aufs Meer hinaus. Aus den Fischgründen vor Neetha holen sie Grangorinen und Grangorellen, Zackenmakrelen, blaue Hummer, Feuerköpfe, Horas-, Gülden-, Blind- und Thunfische, Knurrhähne, Tintlinge, Groß- und Riesentintler, Kraken, Elida-, Warzen-, Pilger-, Herz- und Nixenmuscheln, Taschenkrabben, Schuppensegler und häufiger als anderswo den rondrianischen Schwerthai.
Morgens laufen die bunt bemalten Boote mit reichem Fang in den Hafen ein. Die Frauen und Männer werfen ihren silbrig glitzernden Fang in Eimer und Kisten, flinke Kinderhände greifen nach den zappelnden Leibern, schlagen drauf, schlitzen auf, lassen die stinkenden Innereien in den Kübel plumpsen und den Fisch in ein Faß; große, grauweiße Möwen schreiten gierig geckernd darum herum. Thunfische werden in Öl gelegt, Makrelen, Feuerköpfe und Schuppensegler geräuchert, Tintler mariniert und gesotten, Hummer warten lebend auf ihr Schicksal.

Die Taverne Rostiger Anker
Der Efferd-Tempel
Ein typisches Fischerboot
Fischfang im Wilden Süden
Das Handelshaus d'Arando
Die Werft Iguvio und Töchter
Der Kriegshafen
Das Handelsviertel Efferdania
Der Rahja-Park
Rahjadan Paralios, ein Lastenträger
Die Kababische Küste
Stadtplan

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