Großer Markt
Auf dem Großen Markt verkaufen Händler, Bauern und Fischer unter Sonnensegeln, die Ware auf verwegen aufgebauten Ständen oder Tüchern am Pflaster ausgebreitet. Bienenhonig, Meersalz, Knoblauch, Zwiebel, Basiliskum, Limonen, Arangen, Mandeln, Feigen, Oliven, frische Weinblätter, lebende Weinbergschnecken, tote Hasen oder hundert andere Dinge – hier gibt es alles für die neethanische Küche. Die kreischenden Variationen und Kunststücke der Obst- und Gemüsehändler, die die Früchte der chababischen Landschaft und der menschlichen Arbeit mit großer Erfindungsgabe an Worten und Gebärden anpreisen; dazwischen ihre Kollegen, die von Kondomen aus Ziegendärmen über das Verhütungs-Kräutlein Rahjalieb bis zur Brautausstattung buchstäblich alles verkaufen; die fliegenden Händler, die Erfrischungen, Imbisse und Konfekt anbieten – das alles erscheint den Pilgern aus nördlicheren Ländern unglaublich. Und alles unter freiem Himmel und inmitten einer schiebenden und stoßenden Menge.
Außer am Rondratag wird hier jeden Wochentag Markt gehalten. Jeden Tag findet hier auch der unvermeidliche Fischmarkt statt, auf dem die Fischer ihren nächtlichen Fang verkaufen. Die prachtvollsten und schauerlichsten Polypen kriechen schleimig und hartnäckig mit ihren tastenden Fangarmen über die Verkaufstische, rotbraun gefleckte Krebse, Krabben und Langusten tanzen hysterisch in ihren engen Behältern, silbrige Fischleiber türmen sich glitschig und verlockend in primitiven Kisten und Schachteln. Die Städter feilschen um jeden einzelnen Fisch; die Fischer verteidigen mehr verdrossen als lautstark ihren Anteil, von dem sie mit ihren Familien manchmal tagelang leben müssen. Nicht alle Verkäufer sind aus der Stadt: Die Fischer der Zyklopeninseln Ronda und Arkis dürfen nach altem Privileg direkt nach Neetha liefern.
In der Mitte des Großen Marktes steht ein abgegriffener Meilenstein: M. XCII DRÔL – 92 Meilen von Drôl. Etwas abseits befindet sich ein Brunnen, an dem vor wenigen Jahren die blutjunge Comtessa Sheranya la’Mandaia ihr Leben aushauchte. Rund um den Großen Markt logieren in marmornen Palästen einige der vornehmsten Institutionen der Stadt: der Phex-Tempel, das Hotel Chababien, das Bankhaus Bosparan, der Praios-Tempel, die Rechtsschule, der Hesinde-Tempel. Der Große Markt ist auch Schauplatz für Duelle von Bürgern, die einen Rechts- oder Ehrenstreit haben, sich aber nicht an die korrupten und überlasteten Behörden wenden wollen. Für Hinrichtungen wird ein hölzernes Schafott aufgebaut; sie sind aber selten, da Schwerverbrecher lieber auf die Galeeren oder in die Steinbrüche geschickt werden.
Der Phex-Tempel
Das Hotel Chababien
Der Praios-Tempel
Die Rechtsschule
Der Karzer
Der Hesinde-Tempel
Piro dappa Podillio, der Vogtvikar des Phex
Furro Esposito, ein Obsthändler
Jost, ein Losverkäufer
Eslam Pannifex, Koch im Pilgerlager
Alrizio Sciscio, Lebenskünstler
Jette Steinklopfer, eine Taschendiebin
Essen und Trinken
Die Wochentage
Die südliche Lebensart
Die Phex-und-Efferd-Straße
Die Seneb-Horas-Straße
Die Thalionmel-Straße
Das Merkantilsviertel Efferdania
Das Villenviertel Hochneetha
Das Elendsviertel Chababbiata
Stadtplan
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