Geburt


Wenn eine Frau sieben Monate schwanger ist, wird ein Tropfen Milch in eine Schale Wasser ausgepreßt. Löst sich die Milch auf, wird das Kind weiblich. Bleibt der Milchtropfen im Wasser stehen, wird es ein Junge. Schwangerschaften entziehen den Zähnen Kalk. Je mehr Schwangerschaften eine Frau hinter sich hat, desto gelblicher und abgesplitterter sind ihre Zähne.
In einer Stadt wie Neetha werden jede Woche drei bis vier Kinder geboren. Dazu wird oft eine sitzende Position eingenommen und ein Stuhl mit ausgeschnittenem Sitz speziell für diesen Zweck verwendet. Als Geburtshelfer treten oft die Geweihten der Tsa auf. Zur Beschleunigung der Wehen wird Kleie erhitzt, in ein Tuch gewickelt und heiß auf den Unterleib aufgelegt. Nach altem Brauch wird dem Neugeborenen Salz auf den Nabel gestreut und ein Finger mit Honig in den Mund gesteckt.
Totgeburten sind leider keine Seltenheit. Eine geglückte Geburt ist daher Anlaß für ein ausgelassenes Fest, und man freut sich über den Zuwachs für die Familie. Sobald die Mutter aufstehen kann, trägt sie das Kind im Kreis der Familie um das Herdfeuer und nimmt es damit in die Hausgemeinschaft auf. Bei diesem Anlaß gibt die Mutter dem Kind auch einen Namen; in vielen Familien den Vornamen ihrer eigenen Mutter bzw. ihres Vaters.
Die kleinen Kinder werden bis zum Alter von drei Jahren gesäugt. Ein Peraine-Amulett um den Hals sichert einen reichlichen Zufluß von Milch, ebenso Wein und heiße Bäder. Viele Frauen glauben, wenn sie ihr Kind säugen, daß sie während dieser Zeit nicht schwanger werden können. Wenn der Milchandrang aufhören soll, wird Lehm von Dachziegeln zu einer Paste gerührt und auf die Brust geschmiert.

Häufige Namen
Honig
Hochzeit
Feste
Religion in Neetha

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