Märkische Postille
Gedruckt in der Shafir Presse zu Thegûn
Periodikum der alten Mark, Gazette der Chababischen und Märkischen Postille
Steinerne Zeugen vergangener Zeiten
ELDORET UND NEETHA, 1.Quartal 1028 BF. An der Küste Chababiens, wo der Hypsas in die Zyklopensee mündet, liegt Despiona. Heute ein verschlafenes Fischerstädten, ist der Ort nichtsdestotrotz umgeben von Ruinen einer geschichtsträchtigen Metropole aus bosparanischer Zeit. Bereits vor einigen Götterläufen waren diese der Mittelpunkt eines Wettstreites (manch einer spricht auch von Fehde) zwischen der Donna Lutisana ay Oikaldiki und der Comtessa von Karsina. (siehe BB 18). Der Erzherzogin Obsession für antike Geschichte schlug sich auch auf ihre Untertanen nieder. Eine unerwartete Entdeckung sorgte nun dafür, dass die Renascentia neue Blüten trägt.
Der Bauer Fabio aus Fardis, ein Dörfchen nördlich Despionas, stieß beim Umpflügen seines Ackers auf Tonscherben, geschmückt mit altertümlichen Gravuren und blassen Zeichnungen. Tat er diesen Fund zunächst als unbedeutend ab, so stieß er doch in den folgenden Tagen auf weitere Scherben und auch manch silberne Löffel, Teller und Pokale. Das Interesse des Dorfvorstehers war nun geweckt, so dass wenige Tage später auch die Signora Phelippa ai Makarios davon erfuhr. Kurzerhand ließ sie die Felder von einer Handvoll Gardisten abriegeln und ordnete einige Dörfler an, vorsichtig nach weiteren Fundstücken zu graben. Dies war denn auch von Erfolg gekrönt, und ein eiligst aus Methumis gerufener Docent konnte bestätigen, dass es sich höchstwahrscheinlich um Hinterlassenschaften des Despotats handele. Schnell machte diese Meldung die Runde – anders ist es nicht zu erklären, dass bereits am nächsten Tag ein Gesandter der Lutisana ay Oikaldiki vor Ort eintraf, um im Namen der Donna die Ausgrabungen zu begutachten. Sein Urteil „dies ist ja alles Tand, wollt ihr ihn nicht einfach als generöses Zeichen eurer Ehrerbietung der Erzherzogin überlassen, bevor diese vermeintlichen Antiquien eurem Ruf schaden “ sorgte für wenig Begeisterung bei der Signora. Man munkelt, es sei daraufhin zu einigen Briefwechseln zwischen Despiona und Neetha gekommen, die schließlich zu einem Konsens führten. So überließ die Signora einige ausgewählte Stücke dem erzherzoglichen Hof gegen eine monetäre Entschädigung. Neben den Überresten von Rüstungen, Waffen, Vasen und Tellern befindet sich darunter auch ein Tempelfries, dass die chababische Küste von See her zeigt. Während das strahlende Despiona nur einen kleinen Teil des Bildes ausmacht, ist am Fuße der Goldfelsen ein weiterer Ort zu erkennen, umstrahlt von einen Aureole. Kurz nachdem dieses Fries in Neetha ausgestellt wurde fanden sich mehrere Glücksritter, die sich aufmachen wollten, eben dieses „Güldene Haus des Despoten“ zu finden.
Auch in der chababischen Oberschicht sorgten die neuentdeckten Fundstücke für weiter gesteigertes Interesse an der Geschichte des Despotats. Schon ist so manche Adelsgesellschaften nach Fardis gereist, um sich in persona ein Bild von den Ausgrabungen zu machen. Kavaliere und Granden ereifern sich in Gesprächen über die Religion und Herrschaftsstruktur der Despoten, chababische Selbstständigkeit in früheren Jahren und Lehren aus den Fehlern des vergangenen Reiches. Ein Höfling der Erzherzogs lässt sich gar mit folgenden Worten zitieren: „Wann schon war Chababien freier als unter den Despoten? Es war eine Hochzeit der Kultur und der Philosophie, wie sie andere Lande erst unter der Regentschaft des Rohal erleben durften. Wenn uns die Historie eines zeigt, dann dass wir auch ohne fremdes Diktat auskommen.“
Während aber wissenschaftlichen Arbeiten zur Epoche der Despoten nur wenig Betrachtung geschenkt wird, steht sie derzeit im Fokus der Trivialliteratur. Die Werke eines Tramino Pervistelli, bisher ob ihrer sprachlichen Dilletanz vielfach gescholten, erleben dank ihres Themas einen ungeahnten Ansturm. Besonders das seichte Liebesspiel ‚Sklavin am Despotenhof’ und der kurzlebige Zyklus ‚Krieger des Despotats’ gelten derzeit als beliebte Lektüre in der Neethaer Nobleza. Zweifelhaft ist, ob diese Werke das historische Wissen des Lesers über die damalige Zeit bereichen können, entstammen viele der dargelegten Ereignisse doch der blühenden Phantasie Pervistellis.
Julian Marioulas
„Unsere Freuden sind die höchsten, unsere Leiden die tiefsten“ (1)
Ein persönlicher Rückblick auf die ersten Jahre des Liebfelder Lehensspiels
von Michael Hasenöhrl, erschienen im Bosparanischen Blatt 26
Im Herbst 1991 erhielt ich einen Brief (2) von LTO, der sich als mein aventurischer Nachbar im Wilden Süden des Lieblichen Feldes vorstellte. Ich hatte gar nicht gewußt, daß ich bei der aventurischen Lehensvergabe vom Frühjahr 1991 etwas gewonnen hatte. (3) Doch wie sich nun herausstellte, war ich Landherr von Brelak geworden, und Lars war Baron von Suderstein. Seinem Schreiben lag ein hübsches kleines Heft über die Baronie Suderstein bei, die südlichste des Königreiches. Der Baron war ein Novadi – damals machten wir uns wenig Gedanken über aventurische Hintergründe wie den Kampf der Heiligen Thalionmel. Hannes Bergthaller wurde mit einem Moha Landherr von Malur, die berühmte Christel Scheja (4); mit einer Tulamidin Baronin von Ankram und Niels Gaul mit einem Bornländer (einem Helden, keinem Hund) Baron von Kabash. Auch mein Held Cedor Khelianada hatte eine wilde und reichlich unglaubwürdige Lebensgeschichte hinter sich. Lars, Christel und ich haben die Namen und Geschichten unserer Liebfelder Adligen später rückwirkend an den Hintergrund angepaßt, Niels hat seinen Baron überhaupt durch einen Liebfelder mit anderem Namen ersetzt. (5)
Als Baron von Kabash war Niels mein aventurischer Nachbar im Norden. Bald nach Lars’ Brief läutete bei uns in der Wohnung im Süden von Wien das Telefon, und ich hörte zum ersten Mal die Stimme von Niels, der mir in seinem unverständlichen Norddeutsch ;-) auseinandersetzte, daß er eine Verschwörung gegen unsere Königin plante, um den Wilden Süden vom Vinsalter Joch zu befreien. Der Anstoß dazu kam indirekt von Ulli Kiesow, den Niels schon damals gut kannte und der zu ihm gemeint hatte: „Die Spielerbarone sind ja sooo lieb...“ Ich war von der Verschwörung entzückt. Hatte ich mich doch eigens für das kleine Liebliche Feld beworben, um auf die Politik eines ganzen Königreiches Einfluß nehmen zu können... (6) Während der Winter ins Land ging, schmiedeten Niels und ich unsere Pläne und schlossen mit Lars und dem damaligen Landherr von Eldoret den Thegûner Bund. Thegûn deshalb, weil Niels den Ort zur Hauptstadt seiner Baronie erklärt hatte. Wir sandten eine schmissige Unabhängigkeitserklärung an die Königin und warteten, was geschehen würde. Der Aufstand des darpatischen Barons Rôn von Heideberg war niedergeschlagen worden, während Ragnar die Rote aus zwei Baronien die Landgrafschaft Zweimühlen-Zwerch geformt hatte und Jörg Raddatz mit seinem Landgrafen Golambes von Gareth-Streitzig erfolglos nach dem Kaiserthron strebte. Aber von diesen Dingen wußte ich damals noch nichts. (7) Ich beschloß, mich rückzuversichern und sandte einen Brief, in dem ich unsere Verschwörung an die Königin verriet. Diesen Brief hat Niels zwei Jahre später auf dem Dachboden von Ulli Kiesow unter anderen Papieren gefunden :-o Seine Rache war, daß er Cedor, der gerade von einer Güldenland-Reise zurückkam, im Aventurischen Boten verhaften ließ. Damals aber war unserer Verschwörung der schönste Erfolg beschieden. Wir hatten zuerst einen wechselnden Vorsitz in unserem Bündnis vereinbart, aber weil Ulli den ähnlichen Dogul-Bund in Tobrien als „tanzende Derwische“ verspottete, ließen wir diese Rotationsregelung fallen. Nach Niels war gerade ich im Vorsitz dran, und Niels schlug mir vor, auf Dauer Kronvogt von Thegûn zu werden. Damit war ich auf einmal ein Provinzherr des Alten Reiches – bis zu meinem Rücktritt 1999 der einzige im Briefspiel beider Reiche. Ulli schrieb mir einmal, daß mein Fall durch eine „gewisse Unaufmerksamkeit“ der Regel „Nie wieder Grafen oder höher in Spielerhand“ entgangen war. Gleichwohl fuhr Ulli fort, daß er notfalls „Shafir und seine Schwiegermutter“ in Marsch setzen würde, und Niels wie Jörg machten mir vorsichtshalber klar, daß ich niemals Stadtherr von Neetha oder Herzog werden würde. Ich fand ohnehin, daß Trodinar von Chababien ein viel schönerer Titel war... (8)
Damals begegneten wir Liebfelder Barone uns vor allem auf unseren aventurischen Festen. Frank W. Bartels, der Baron von Tikalen, hatte mit dem „Zentrum“ zwar das erste Liebfelder Fanzine gegründet, doch dieses erschien nur im Jahre 1992. So entwickelte sich unsere gemeinsame Geschichte in den folgenden Jahren von Fest zu Fest: mein Großes Fest zu Brelak, auf dem ich Cedor krönte und verlobte, Christels Geburtstagsfest in Ankram, auf dem sie nach einer sehr schönen Briefspiel-Liebesgeschichte den Baron von Onjaro heiratete, während sein Nebenbuhler, der Baron von Kabash (Niels) leer ausging, (9) die von Marcus-René Duensing ausgerichteten Kunst- und Kulturfestspiele des Barons von Marudret, auf denen die Tochter der tulamidischen Baronin von Ankram auftauchte – niemand anderer als Djamilla Azila, die Königin der Diebe von Rashdul –, (10) die von Eckart Hopp (Bren Di Cren) veranstaltete Tausendjahrfeier von Burg Aldyramon, die von Stefan Deutsch gefeierte Hochzeit zwischen dem Landherrn von Clameth und Djamilla Azila, meine „Hochzeit auf Eskenderun“ mit Lutisana ay Oikaldiki, die ich auf dem ersten Katlenburg-Con 1995 vorlegte, wo wir Liebfelder Spieler uns das erste Mal von Angesicht zu Angesicht begegneten. (11)
Von Anfang an war unser Liebfelder Spiel mit dem übrigen Aventurien verknüpft. So waren Frank und ich Mitglieder im von Niels gegründeten Orden zur Wahrung. (12) Björn Berghausen schickte seinen Zwergenbaron aus dem Kosch auf unsere Feste und nahm daran Anstoß, daß ich die von Holger Ruhloff gegründete Visarkirche unterstützte, die von Trahelien und Nostria aus operierte. Den von Götz Heinrich gegründeten Rondraorden, der auf einer Burg in der Pforte von Kabash saß, verknüpfte ich mit dem Orden der Schwerter zu Gareth, der diese Burg noch heute bespielt. Hannes Bergthaller schickte seinen Landherrn von Malur auf eine Expedition in den Tiefen Süden, die das Liebfelder mit dem Trahelien-Briefspiel verknüpfte, und Niels Gaul brachte einen Teil dieser Geschichte in den Aventurischen Boten. Seine Berichte vom Sturz des Markgrafen Phrenos, der Eroberung von Drôl und der Zyklopeninseln fanden sich leider nicht im Aventurischen Boten, der damals mit der Answin-Krise und dem Orkkrieg beschäftigt war. Christel schilderte den Tod des Barons von Onjaro, die Jagd auf den verantwortlichen Lindwurm und das Erscheinen eines seltsamen Kindes, was später von Hadmar für die Borbarad-Kampagne aufgegriffen wurde. In diese Kampagne griffen wir Liebfelder durch den „Zug der Edlen“ ein, der allerdings in Tobrien versandete.
Aber auch das Lokale kam nicht zu kurz. In Grangor war ein bespielter Zirkel der Graumagier (mit Verbindungen nach Tobrien) aktiv, in der Domäne Pertakis bildete sich ein dichtes lokales Briefspiel um René Sommerfeldt, Ralf D. Renz, Peter Diehn und Antje Steinborn mit einem eigenen, liebevoll gestalteten Fanzine, dem „Sheniloer Hesindeblatt“, und in derselben Gegend war das e-mail-Rollenspiel um das Gasthaus zum Grünen Eber angesiedelt.
Neben den Festberichten gehörten detailverliebte Landesbeschreibungen von Anfang an zum Liebfelder Lehensspiel. Nach dem Vorbild Suderstein verfaßte ich 1992 ein Heft über die Domäne Brelak, Niels zeichnete mit dem „Diarium des Tarek ibn Ukhraban“ den Reisebericht eines alten Novadi auf, der keinem Geringeren als dem Drachen Shafir begegnet, und Steffen Popp brachte 1996 seine „Tractatio Eldoretis“ zu Papier. Meine Burg Eskenderun beschrieb ich 1992, 1996 und 1998, wobei sie jedesmal größer und prächtiger wurde und erst in Brelak, dann am See von Abbadom, schließlich am Chabab bei Shilish stand. (13) 2000-2003 erschien meine Neetha-Serie im BB.
Natürlich waren die Gründung des „Bosparanischen Blattes“ 1994 durch Andree Hachmann, das neue Bild des Horasreiches durch die Box „Fürsten, Händler, Intriganten“ 1996 und der Durchbruch des Internet in der DSA-Szene um 1998 auch für das Liebfelder Lehensspiel tiefe Zäsuren. Nun entstanden Webseiten wie www.vinsalt.de von jens Matheuszik, www.liebliches-feld.de und www.veliris.de von Andree, www.efferdas.de von Olaf Tomaszewski oder www.chababien.de von meiner Wenigkeit. Höhepunkte des Liebfelder Lehensspiels in den letzten Jahren waren die Shumir-Krise im BB, der Thorwal-Horasreich-Konflikt, der Ludwigstein-Con um das Trio der kaiserlichen Erben Aldare, Timor und Salkya und die Cons beider Yaquirien gemeinsam mit den Almadanern, die ich aber zunehmend aus der Ferne verfolgt habe.
Heute sind von den Liebfeldern der ersten Stunde kaum welche übrig. Niels wandte sein Interesse schon ab 1993 stärker Weiden, dem Mittelreich, der Praios- und Rondrakirche zu, nahm aber weiter an den Liebfelder Festen teil, gründete (nach einem Beuch in Oxford) die Universität in Methumis, verheiratete Shafir mit Aldare, setzte Frank und Andree als Liebfelder Kanzler ein und auf meine Vermittlung hin Gregor Rot als seinen Nachfolger in der Baronie Kabash. Man kann sagen, daß diese Baronie die einzige ist, die zwei DSA-Redakteure hervorgebracht hat... Leider hat sich Niels nach Ullis Tod 1997 von der Arbeit am Schwarzen Auge zurückgezogen. Auch Christel mischt kaum noch im Lieblichen Feld mit, und die Themen unserer Beziehung haben sich seit 1992 weit von DSA entfernt. Marcus-René hat sich nach Albernia verabschiedet. Von Hannes, Stefan oder Eckart hat man schon lange nichts mehr gehört. Domänen wie Eldoret, Clameth oder Urbet haben schon zwei Inhaber erlebt. Lars habe ich zuletzt 1999 gesehen, als er sein Referendariat bei der UNO in Wien gemacht hat, er wollte Richter werden und fand, daß DSA damit nicht zusammenpaßte. Jörg, der das aktuelle Bild des Horasreiches mit seiner Box geprägt hat, arbeitet so wie Niels nicht mehr bei DSA mit. Frank, der sich, auch wie Niels, dem Mittelreich und hier besonders Wehrheim zugewandt hatte, bereitet nun als DSA-Redakteur eine Liebfelder Kampagne vor, die neue Zeiten im alten Königreich am Yaquir einläuten wird. Eine neue Generation von Liebfeldern hat die Pioniere abgelöst, und sie wird nicht alles, aber vieles besser machen.
(1) Ein Zitat aus der „Hochzeit auf Eskenderun“, auf die Tafelrunde von König Artus zurückgehend.
(2) Was hier berichtet wird, trug sich vor dem Zeitalter des Internet zu. Wir DSA-Fans standen durch Briefe, Telefongespräche und persönliche Treffen in Verbindung. Es war die schöne Zeit der handgeschriebenen Briefe mit roten Siegeln, der handgemalten Wappen und des knisternden Pergamentpapiers. Meine Lehensbewerbung war noch mit der Schreibmaschine getippt, und ich weiß nicht, ob der Text oder der dazu gemalte niedliche Drache überzeugten (einer von meinen Drachen wurde später „Drache des Mondes“ im Aventurischen Boten).
(3) Diese Lehensvergabe wurde von der DSA-Redaktion im Aventurischen Boten ausgeschrieben. Die Bewerber sollten einen Text freier Wahl im Umfang von höchstes zwei A4-Seiten einschicken. Einige besonders gelungene Bewerbungen wurden im AB#33 präsentiert.
(4) Christel arbeitete Anfang der 1990er Jahre unter dem Künstlernamen KRIS mit Geschichten, Artikeln und vor allem Zeichnungen an unzähligen Fanzines mit. Sie gab die – auch heute bestehende – Legendensänger-Edition heraus, erfand die Shanja von Rashdul und Djamilla Azila, die Königin der Diebe, und sollte später die DSA-Romane Katzenspuren und Das magische Erbe schreiben, dessen Entstehung ich miterleben durfte.
(5) Genaugenommen waren es sogar drei Barone von Kabash: zuerst Jaarn Firunwulf ter Severijn, der im Aventurischen Boten vorgestellt wurde, dann Sumudan von Aldyra, der besonders als Gesandter in Trahelien Furore machte, und schließlich ab Shafirs Schwur Ezzelino da Malagreia, der von Gregor Rot näher ausgearbeitet wurde.
(6) Irgendwie wollte ich stets dem Mittelreich ausweichen. Damals arbeitete ich auch an einer Beschreibung der Stadt Zorgan, die ich Niels und Ulli dann verehrte, und wenn nicht der Gewinn von Brelak gekommen wäre, wäre ich wohl in Aranien geblieben.
(7) Die aventurischen Provinzen lagen damals auch irdisch gesehen weit auseinander. Erst Answins Thronraub führte die Barone des Mittelreiches zusammen.
(8) Als die berüchtigte „Kusliker Urkunde“ in der ersten Liebfelder Spielhilfe Königreich am Yaquir davon sprach, daß zum Horas der Güldenländer Strafkolonie in Aventurien „der Trodinar von Korben Gurat, welcher ist ein Edelmann“ bestellt worden war, hielt ich „Trodinar“ für einen Vornamen, machte ihn aber mit Niels zum Titel für den Kronvogt des Thegûner Bundes, so wie aus dem Namen „Caesar“ der Titel „Kaiser“ geworden war. Überraschenderweise hat die Güldenland-Box diese Bedeutung von „Trodinar“ als Titel eines Provinzherrschers dann bestätigt. Im Königreich am Yaquir hieß unsere Südprovinz noch „Markgrafschaft Neetha“, aber wir Spieler fanden, daß der schöne Namen „Chababien“ unmöglich den Novadis am oberen Chabab überlassen werden durfte.
(9) Nachzulesen in „Malbeth und Delhena“ auf der Thorwal Standard CD.
(10) Als „Kadron und Djamilla“ auf derselben Scheibe.
(11) Katlenburg, Bilstein und Ludwigstein waren bzw. sind die Schauplätze der DSA-Cons, die seit 1995 alljährlich im Herbst die DSA-Redaktion mit den Baronen beider Reiche zusammenführen. In den ersten drei Jahren führte ich die Liebfelder Delegation an.
(12) Schon bevor er 1991 Baron von Kabash wurde, war Niels 1988 bei der allerersten aventurischen Lehensvergabe Edler in Weiden geworden, und dort auf dem Rhodenstein gründete er den Orden zur Wahrung, den er anfangs als aventurienweite Organisation mit Niederlassungen vom Bornland bis ins Liebliche Feld beschrieb.
(13) Diese wohl einzigartige Wanderschaft eines an sich festen Bauwerks wurde durch Ina Kramers Thalionmel-Romane ausgelöst, die keine Informationen über Brelak eingeholt hatte, bevor sie das Geburtshaus der Heiligen Thalionmel in Brelak plazierte. Meine Wahl des Abbadom-Sees wurde durch das Schloß der bösen Zauberin Morgana in den Prinz-Eisenherz-Comics bestimmt. Der Name Abbadom erinnerte zunächst nur zufällig an Avalon, er war aus lateinisch Abbatis Domus, Haus des Abtes, gebildet. In meiner ersten Brelak-Beschreibung stand die Abtei nochnicht am See, sondern in den Hügeln viel weiter im Osten. Daß im See die Gebeine des Wurms von Kababien liegen sollen, geht auf den Hobbit zurück. Die Architektur von Eskenderun verdankt sich einem Papiermodell, das ich vom Besuch auf dem Bunratti Castle in Irland mitbrachte.