Die neue Ordnung des Südens
Im Hesinde 1012 BF. hob der Kronkonvent die Markgrafschaft Neetha auf. Die Fraktion der Firdayons beantragte die Errichtung eines Erzherzogtums Neetha und die Verleihung desselben an den kaiserlichen Prinzen Timor. Das wollte der Adel der kaiserlichen Familie nicht zugestehen. Der Kompromiß lautete: Timors Erzherzogtum umfaßte nur die Stadt und das nächste Umland. Der Rest der Provinz wurde unter dem Namen ‚Thegûner Bund’ abgetrennt und in den Rang einer königlichen Grafschaft erhoben; hier sollte ein königlicher Kronvogt die Regierung übernehmen.
Timor war Amenes jüngster Sohn und für sein ausschweifendes Leben bekannt. In seiner Jugend hatte er sich zum geheimen Priester des Diebsgottes Phex weihen lassen. Als Erzherzog von Neetha propagierte er den Kult des ersten Kaisers und Halbgottes Horas – die Fassade eines riesigen Schwindel-Unternehmens, das die Spenden zehntausender Liebfelder in die Kassen des Prinzen lenkte. Da der hübsche, junge Erzherzog das Geld auch verschwenderisch ausgab, wurde er bei Teilen der Neethaner rasch beliebt.
Die Kaiserin ernannte den Besatzungsoffizier Jaarn Firunwulf ter Severijn zum Kronvogt des Thegûner Bundes. Jaarn war ein verarmter Baron aus dem Bornland, der als Söldnerführer in Liebfelder Diensten stand. Der neue Kronvogt umwarb die unverheiratete Baronin von Ankram, Delhena-Naila di Visterdi, doch er hatte einen Nebenbuhler: Malbeth Glandore di Onerdi, Baron von Onjaro. Die Rivalen duellierten sich auf dem Geburtstagsfest der Baronin - Delhena-Naila heiratete Malbeth.
Am 28. Hesinde marschierte die Exemplarische Armee unter Folnors Kommando in den Stadtstaat Drôl ein. Unweit der Kleinstadt Wobran siegte ein Liebfelder Regiment über ein doppelt so starkes Mengbillaner Söldnerheer. Am 5. Firun kapitulierte die Stadt Drôl vor der anrückenden Armee. Die geplante Eroberung Mengbillas scheiterte am hartnäckigen Widerstand der Festung Ambarnis. Um den Liebfelder Adel zufriedenzustellen, konfiszierte Amene-Horas die Ländereien der Drôler Adligen, die gegen die Invasion gekämpft hatten, und verteilte sie an Liebfelder, die sich in den folgenden Jahren jedoch schamlos bereicherten und Mißwirtschaft trieben. Über die Stadt selbst herrschte ein liebfeldischer Vizekönig.
Cedors Güldenland-Reise
Der Thegûner Bund