Drôl und die Ritter der Rose


»In der Morgenröte der Schöpfung lustwandelte Rahja selbst in Aventurien. Die Schöne Göttin erfreute sich am frischen Grün, das ihre Schwester Peraine geschaffen hatte. Doch das Namenlose verdarb Peraines Gewächse mit Stacheln und Dornen. Da nahm Rahja eine Dornenranke in ihre zarten Hände und hauchte sie an - und siehe! eine wunderbare Blume öffnete sich. Rahja hatte die Rose geschaffen. Die Dornen des Namenlosen sind ihr zwar geblieben. Nach dem Hauch der Göttin aber duftet sie noch heute.«
-Aus der Rosenrolle, anonym, um 250 BF.

Im Jahre 56 BF. wurde die Markgrafschaft Drôl errichtet, die sich in die Grafschaften Chababien, Nord- und Südaskanien sowie Harodien unterteilte. Kaiser Debrek belehnte Niams Familie mit Chababien. Da Neetha von Piraten bedroht und der Palast zerstört war, residierten die Grafen nicht in der Stadt, sondern auf Burg Eskenderun eine Tagesreise flußaufwärts am Chabab. Hier lebten die Menschen in Frieden. Nur die Perainäpfelseuche, von manchen auch Gelber Tod genannt, plagte 132 BF. das Chabab-Tal.
Im Jahre 185 BF. verfügte Kaiser Gerbald, daß Sklaven nicht mehr beliebig getötet oder verkauft werden durften – sie hießen nun Leibeigene. Die Arbeit der Leibeigenen ermöglichte dem Lehnsadel die Entwicklung einer ritterlichen Hochkultur. Romantik und Abenteuerlust standen hoch in Kurs. Auf der Suche nach der Uthurischen Rose, die das Elixier des ewigen Lebens enthalten sollte, durchstreiften die Drôler Ritter und Ritterinnen Aventurien. Sie brachten viele Rosenarten heim, die Rose der Unsterblichkeit aber fanden sie nicht. Seither heißt Drôl auch Rosenstadt.

Die Rosenfehde und der Fall Eskenderuns