Die Markgrafen von Neetha


735 – 803 BF.: Thursis
804 – 808 BF.: Tharan
809 – 831 BF.: Tharinda
832 – 852 BF.: Thariso der Thorwalsche
853 – 879 BF.: Lutisana
880 – 909 BF.: Yalanda
910 – 963 BF.: Barinn
964 – 966 BF.: Rondrigo
966 – 984 BF.: Amanzia (Trodinarin)
985 – 1012 BF.: Phrenos

Der Angriff der Novadis machte aller Welt die isolierte und gefährdete Lage Neethas klar. Um die drohende Rückeroberung Chababiens durch Gareth abzuwenden, mußte König Thursis sich dem König des Lieblichen Feldes unterwerfen. Der Traum der Unabhängigkeit wich dem Trauma einer neuen Fremdbestimmung. König Khadan Firdayon übergab dem einstigen Verbündeten und jetzigen Vasallen als versöhnliche Geste den halben Aarenstein, das Kronjuwel des Lieblichen Feldes, und bestätigte den Titel eines Markgrafen.
Die Oikaldikis waren enttäuscht, mit dem Krieg nur den einen Herrn gegen einen anderen eingetauscht zu haben. Nun versuchten sie im Lieblichen Feld dem Königshaus Konkurrenz zu machen. In der Kusliker Krise 812 - 815 BF. lavierte Markgräfin Tharinda zwischen den Familien Firdayon und Galahan und verärgerte dadurch die einen, ohne die anderen zu gewinnen.
Tharindas Sohn Thariso wurde von Thorwal-Piraten entführt und verbrachte mehrere Jahre im hohen Norden. Gegen schweres Gold und Silber ausgelöst, führte Thariso später als Markgraf verschiedene Thorwaler Bräuche ein (so die Totenverbrennung), was ihm den Beinamen der Thorwalsche einbrachte. Mit dem Namen des beliebten Markgrafen sind viele Anekdoten verbunden. So sah er eines Tages dem Übungsschießen eines besonders schlechten Bogenschützen zu und setzte sich schließlich genau ans Ziel. »Dies«, sagte er, »ist der einzige Ort, an dem ich mich sicher fühle.«
Die Rivalität der Familien Firdayon und Oikaldiki kulminierte unter König Barjed und Markgräfin Yalanda. Die königlichen Truppen marschierten 909 BF. in Neetha ein. Die durch das Erdbeben demoralisierte Stadt leistete keinen Widerstand. Yalanda floh zu Farellina ash Manek, Signora von Karsina. Diese jedoch lieferte ihre Markgräfin an die Königlichen aus. Yalanda wurde enthauptet und ihr leicht beeinflußbarer Neffe Barinn zum Nachfolger ernannt. Yalandas Kinder erhielten als Wohnsitz und faktischen Verbannungsort die alten Ruinen von Eskenderun zugewiesen und errichteten dort in mühsamer Arbeit eine neue Burg. Der König stationierte seine Soldaten in Neetha, und seither müssen sich die markgräflichen bzw. erzherzöglichen Truppen ihre Garnison mit königlichen bzw. kaiserlichen teilen.
Markgraf Barinn berief den Ardariten-Orden nach Neetha, der vor der Stadt eine Burg errichtete. Die Rondra-Priester drängten nun auf gleichberechtigte Teilhabe an der Stadtregierung, und um sie zufriedenzustellen, wurde der heutige Senat der Patrizier und Tempelvorsteher geschaffen. König Therengar forderte die Errichtung einer Kronmark Khomwacht gegen die Novadis, die von der Provinz Neetha abgetrennt werden sollte, und der greise Markgraf Barinn gab dem Drängen nach.
Als Barinn im Jahre 964 BF. starb und sein Sohn Rondrigo den Thron bestieg, atmeten Stadt und Provinz auf. Der junge Markgraf focht persönlich in Grenz-Scharmützeln mit den Novadis. Er heiratete die junge und schöne Comtessa Amanzia aus Belhanka, die auf den ersten Blick die Herzen der Chababier gewann. Sie bekamen einen Sohn: Prinz Phrenos. Weil Rondrigo selbst tapfer war, konnte er die Tapferkeit der Novadis achten. Er wußte, daß die Novadi-Gefahr für Vinsalt ein Vorwand war, königliche Truppen in Neetha zu halten. So beschloß der Markgraf, persönlich mit dem Sultan der Beni Brachtar um Frieden zu verhandeln – und damit nahm das Verhängnis seine Lauf.
Die Königlichen hätten durch einen Frieden zwischen Neetha und Novadis ihr wichtigstes Druckmittel gegen die neethanischen Markgrafen verloren. Sie fanden heraus, wann und wo sich Rondrigo am Chabab mit Sultan Perhiman treffen wollte. Sie verrieten alles an Sultan Saîd von Arratistan, einen geschworenen Feind der Beni Brachtar. Saîd verstand: Wenn seine Feinde mit Neetha Frieden schlössen, hätten sie den Rücken gegen ihn frei. Er sandte eine Schar seiner Reiter auf nächtlichen Pfaden an den Chabab, um das zu verhindern. Als Rondrigo sich mit vereinbarungsgemäß geringer Bedeckung dem Treffpunkt näherte, wurde seine Schar von den Beni Arrat überfallen. Die Chababier wehrten sich, doch die Novadis waren in der Überzahl. Als aus dem Fluß die Frühnebel des 16. Tsa 966 BF. aufstiegen, war Markgraf Rondrigo tot.
Die Beni Arrat beraubten die Gefallenen und hinterließen Zeichen der Beni Brachtar. Sie wußten nicht, daß ihnen ein nur leicht verwundeter Junge entkommen war: Ursino von Kabash, Knappe des toten Markgrafen, beobachtete aus einem Versteck die Handlungen der falschen Beni Brachtar. Als sie fort waren, schloß er den Toten die Augen und ging den Beni Brachtar entgegen. Die Schar des Sultans eilte bestürzt an den Schauplatz des Verrates und geleitete die Toten bis an die Grenze. Neetha bereitete seinem Markgrafen ein großartiges Leichenbegängnis. Amanzia, die trauernde Witwe, regierte als Trodinarin für den unmündigen Prinzen. Sie hatte Rondrigo über alles geliebt...
Im Jahre 970 BF. bestieg König Tolman den Vinsalter Thron. Seltsame Unglücksfälle suchten den Adel heim: Am 30. Rondra 974 BF. wurden der königstreue Baron von Kabash und sein Erbe auf der Jagd von Wölfen angefallen und verbluteten in der Wildnis. Dieser Tag der Wölfe wird von den Bauern der Gegend noch heute mit abergläubischen Opfern begangen. Jacomo ya Avona war nicht nur der beste Fechter seiner Zeit (bekannt sind Avona-Finte und Jacomo-Parade), sondern auch ein persönlicher Freund des Königs, der ihn zum Vogt der Kronmark Khomwacht ernannte. Er kehrte von einer Reise in die berüchtigte Stadt Al’Anfa nicht zurück.

Die Feldzüge der Novadis

Der Niedergang der Stadt
Markgraf Phrenos ay Oikaldiki