Die Reformen der Kusliker Kaiser
»Dank und Gedeihen für Euch‹, erwiderte die junge Königin, denn für eine Elfe war sie das wohl, ›ich will dein Gast sein, und mit mir meine edlen Reiter hier als die Sprecher des alten und guten Elfenvolkes.‹ Dabei wandte sie sich um und nannte eine jede und einen jeden ihrer acht Gefährtinnen und Gefährten bei dem achtbaren Namen – worauf der mächtige Horas seine schlauen Räte, den Grafen Eolan von Methumis, die Gräfin Yalma von Neetha und die alte Signora Niam von Eskenderun, zu sich befahl und sie der Feenkönigin vorstellte.«
—Diarium des Ralmir von Pallantëa, Knappe des Kaisers Murak-Horas, 34 v. BF.
Um 100 v. BF. unternahm Kaiser Silem-Horas seinen berühmtesten Feldzug. Von Arivor marschierten die Legionen nach Süden, durch die unterworfenen Lande der Despoten und auf Neetha. Die Stadt war entschlossen, ihre Freiheit zu verteidigen. Und sie fiel nicht durch die kaiserlichen Waffen, sondern den Verrat der Familie Crassula, die die Tore öffnete. Der seekönigliche Exarch von Drôl ergab sich dem Kaiser widerstandslos. Die Tulamiden hingegen kämpften tapfer, aber nach mehrmonatiger Belagerung konnte Silem-Horas an der Spitze seiner Legionäre in Mengbilla einziehen. Der Kaiser kehrte im Triumphzug nach Bosparan zurück.
Brigon-Horas hatte den Lehnsadel geschaffen. Silem-Horas setzte nun Asmodena Crassula als Gräfin von Neetha ein und belehnte diverse Signori in der Provinz. Der Kaiser erließ auch das Zwölfgötteredikt, führte im bosparanischen Reich die vereinfachte Schrift der Kusliker Zeichen ein und ließ nicht nur einen großartigen Palast am Sikram, sondern an der Meeresküste auch die nach ihm benannte Silem-Horas-Straße bauen – als deren Teil in Neetha eine Brücke über den Chabab.
Nur wenige andere Namen sind aus den Tagen der Kusliker Kaiser überliefert, unter ihnen Gräfin Yalma von Neetha und Signora Niam von Eskenderun, die Kaiser Murak-Horas zu seinem Treffen mit der Elfenkönigin in den fernen Norden begleiteten, und mit ihnen endet die antike Geschichte Neethas.
Die Heldin Niam von Eskenderun