Der Freiheitskrieg des Lieblichen Feldes
In der Nacht auf den 19. Tsa 743 BF. versammelten sich im Jagdschloß Baliiri bei Vinsalt Gräfin Tharinda Marvinko von Silas, Graf Khadan Firdayon von Vinsalt, Graf Thursis ay Oikaldiki von Neetha, Seneschall Acano ya Torese vom Ardariten-Orden, andere Priester und Vertreter verschiedener Geheimbünde. Sie leisteten den Eid, für die Freiheit des Lieblichen Feldes von der Garether Fremdherschaft zu kämpfen. Die drei Grafen vereinbarten in einem geheimen Zusatzprotokoll, die Regentschaft des Lieblichen Feldes nach der Befreiung gemeinsam auszuüben.
Am 22. Efferd 744 BF. begann der Freiheitskrieg des Lieblichen Feldes. Im selben Jahr nahm Thursis den Titel eines Markgrafen von Chababien an. Der Krieg währte über sieben Jahre. Doch die Seeschlacht von Neetha, in der die Chababier mit Fischerbooten und Handelsschiffen eine kaiserliche Flotte aus Mengbilla versenkten, sollte die einzige Kampfhandlung südlich von Methumis bleiben. Drôl verhielt sich neutral. Nicht nur, daß die kleinere Rosenstadt von Neetha mehr zu fürchtern hatte als umgekehrt, nicht nur, daß die regierende Familie Balligur mit den Oikaldiki verschwägert war, Markgräfin Praiosmin zahlte es Gareth auch heim, daß der Bote des Lichts, der höchste Praios-Priester, sie nicht zur Wahrerin der Ordnung berufen hatte.
Tharinda fiel auf dem Schlachtfeld. Damit wurde Khadan der wichtigste Anführer der Liebfelder Rebellen. Am 1. Praios 752 BF. schloß er mit Kaiser Eslam IV. den Frieden von Kuslik. Das Liebliche Feld war nun ein unabhängiges Königreich – unter König Khadan. Vergeblich drängte Thursis in geheimen Korrespondenzen auf den alten Vertrag über die Herrschaftsteilung. Weil Tharinda nicht mehr am Leben war, sah Khadan den Pakt als hinfällig an, und er wußte Adel und Volk des Lieblichen Feldes auf seiner Seite. Da setzte Thursis einen unerwarteten Schritt: Er proklamierte einen unabhängigen Stadtstaat Neetha und nannte sich König beider Chababien.
Für sechzehn Jahre waren Stadt und Provinz nun frei, doch das Gefühl der Bedrohung wuchs. Weder Vinsalt noch Gareth wollten König Thursis anerkennen. In der Wüste offenbarte sich ein neuer Gott:Rastullah. Und es waren seine Gläubigen, die Novadis, die zum Schlag gegen Neetha ausholten.
Das Wunder der Heiligen Thalionmel