Cedor und Ephébes
Aus jenen Tagen ist die Geschichte von Cedor und Ephébes überliefert. Sie waren ein Liebespaar: zwei junge Krieger, die an der Grenze mit den Tulamiden kämpften. Doch Ephébes geriet in Gefangenschaft und wurde nach Elem verschleppt. Da machte sich Cedor mit einigen Gefährten auf den Weg, um den Geliebten zu befreien. In Elem war Ephébes aber zu einem guten Herrn gekommen. Als dieser hörte, daß der junge Bosparaner durch die Sklaverei von seinem Geliebten getrennt worden war, schenkte der Tulamide Ephébes die Freiheit und gab ihm sogar einige Diener für den Heimreise mit. Cedor und seine Gefährten hatten unterdessen die Grenze des elemitischen Reiches überschritten. Sie sahen eine tulamidische Reisegruppe nahen und beschlossen, dieser die Kleider zu rauben, um sich damit zu verkleiden. In der Nacht überfielen sie die Reisenden im Schlaf. Cedor stieß dem Anführer das Schwert in die Brust. Im selben Augenblick erkannte er ihn. »Ephébes!« schrie er. Ephébes öffnete die Augen, er sah Cedor und begriff. »Cedor!« flüsterte er, seine Augen leuchteten auf und – brachen. Cedor schossen die Tränen in die Augen, er küßte seinen Geliebten, und Ephébes starb in seinen Armen. Da setzte Cedor das blutige Schwert, mit dem er Ephébes erschlagen hatte, an die eigene Brust und warf sich dem Geliebten entgegen. Die tulamidischen Diener kehrten nach Elem heim und berichteten ihrem Herrn, was geschehen war. Die bosparanischen Gefährten aber brachten die toten Körper von Cedor und Ephébes nach Neetha, und hier liegt ihr gemeinsames Grabmal.
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