Weinbau


Die Adligen des Wilden Südens haben viele Weinberge anlegen lassen, besonders im fruchtbaren Chabab-Tal und im Tal des Akragas. Der Weinstock braucht gute Erde, viel Sonne und Wärme. Deshalb sind Weinberge meist an Südhängen angelegt. Frost, Hagel und gefräßige Vögel schaden der Ernte. Zur Ausrüstung der Weinbauern gehören gebogene Winzermesser, Rebscheren, Bütten, Bottiche und Fässer. Die wichtigsten Arbeiten der Winzer sind das Schneiden im Winter, das Anbinden der Reben an die Schnüre, das Lockern und Düngen des Bodens, die Ernte oder Weinlese. Um die Vögel zu vertreiben, werden Vogelscheuchen aufgestellt, oder Kinder passen auf eigens errichteten Hochständen und Wachtürmen auf und schlagen nötigenfalls Lärm.
Zur Weinlese werden wandernde Erntehelfer angeworben. Zwischen den gebeugten Pflückern laufen dann Dutzende barfüßige kleine Kindern herum, die sich die Körbe aufladen, sie in den Schatten der Bäume schleppen, mit einer Schere die langen Triebe von den Reben schneiden, die für die Arbeit der Erwachsenen hinderlich sind, denen, die danach verlangen, Wasser aus dem Wassersack bringen, mit raschen und zerstreuten Bewegungen die Fliegen von den Gesichtern ihrer Mütter, Onkel und Schwestern verscheuchen.
Aus dem Wilden Süden kommen vor allem weiße Weine, etwa der spritzige ‚Neethaner Jungfernsprung' oder der blumige ‚Brelaker Nacktarsch'. Die Bauern ziehen ihren Hauswein, sei es in kleinen Weingärten, seien es einzelne Weinstöcke an den Hauswänden. Wein von bescheidener Qualität ist billig; trotzdem trinkt man ihn mit Wasser verdünnt. Die Armen trinken Abszinth, die Reichen heißen Wein mit Honig und Gewürzen. Wein und Öl gießt man als Hausmittel auf Wunden. Wein und Brot sind die Grundnahrungsmittel eines freien Menschen, Wasser und Brot das Essen der Sträflinge und Goblins.

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Granden und Kavaliere
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