Die Wanderer


Die ‚Wanderer' sind Landarbeiter, die im Sommer und Herbst von Mengbilla über Drôl, den Wilden Süden, das Liebliche Feld nach Almada ziehen, den reifenden Feldfrüchten und Obstsorten folgend. Im Winter schlagen sie sich in den Almadaner Städten durch, im Lenz ziehen sie in den Süden, der ersten Ernte entgegen. Zu diesen Wanderarbeitern gehören große Teile der Zahori, jener tulamidischen Nomaden, die sonst als Gaukler und Musikanten leben, aber auch entwurzelte Liebfelder, Chababier und andere, die durch Arbeitslosigkeit, die rote Keuche und hunderterlei Schicksale in die Reihen der Tagelöhner getrieben wurden. Ganze Familien wandern im Rhythmus der Ernten durch die Lande, ihre Kinder kommen auf ihren Eselwägelchen zur Welt, und im Guten wie Schlechten sind sie frei wie die Vögel. Denn Wanderarbeiter sind nirgendwo angesehen, man braucht sie zur Erntezeit und will sie nachher los sein. Die Grundbesitzer zahlen den Erntehelfern oft nur Hungerlöhne, noch dazu in Naturalien, die Landarbeiter müssen bei ihrem Dienstherrn gar noch Schulden machen, um überteuerte Lebensmittel zu kaufen. Zeigt sich ein Wanderer unzufrieden, warten genug Streikbrecher, an seine Stelle zu treten... Nur in Jahren mit besonders guten oder besonders schlechten Ernten ändern sich die Verhältnisse. In guten Jahren ist genug Arbeit und Lohn für alle. In den schlechtesten Jahren aber müssen sich die Grundherren vor dem Zorn der Tagelöhner in Acht nehmen: Der blutige Aufstand der Pflücker von Kabash ist noch in frischer Erinnerung. In diesen Jahren ernähren sich die arbeitslosen Landarbeiter von Schnecken und Würmern, und viele sind dem Absinth verfallen. Schlecht zu sprechen sind die Wanderer auf die Goblins der Adligen, die ihnen Arbeit wegnehmen, und in schlechten Zeiten kommt es immer wieder zu Übergriffen. Stumm sind sie bei der Arbeit, mit nackten Oberkörpern, mit all ihren Narben, Kröpfen, Zahnlücken, den dreckigen Füßen, den schmierigen Lappen um ihre Hüften, den notdürftigen Brusttüchern der Frauen, den von Sonne und Wasser hartgewordenen Hüten auf ihren Köpfen, und man fragt sich, wie viele von ihnen sich nächsten Lenz bei den Gesetzlosen einreihen werden.

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Latifundien der Granden und Kavaliere
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Das Gesetz des Südens
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