Tashbar


Am tiefsten Punkt der Pforte von Kabash zwischen den Gebirgen der Goldfelsen und Hohen Eternen liegt die Siedlung Tashbar. Ihre kleinen, niedrigen Häuser sind über die Maßen ärmlich, aus Bruchsteinen, Lehm und Holz errichtet, und auch die Felder tragen nur kärglich Frucht. Die Bevölkerung ist aus Liebfeldern und Tulamiden gemischt. Nicht wenige sind gebrandmarkt, denn Tashbar ist eine Siedlung der Verbannten. Hier leben Ausgestoßene des Lieblichen Feldes und der novadischen Wüstenstämme. Lange Jahre unterstanden sie keinem Scheich oder Sultan, Baron oder Grafen, sondern ihr Herr war Shafir, der alte Kaiserdrache: er schützte sie, dafür opferten sie ihm monatlich ein fettes Rind. Vor einigen Jahren jedoch erschien eine Schwadron Kavallerie, aus dem Lieblichen Feld entsandt, und bezog Quartier in den Ruinen eines alten Grenzkastells, das Kalif Chamallah auf seinem berühmten Feldzug vor sechzig Jahren zerstört hatte, und seitdem müssen sich die Verbannten wohl oder übel den Befehlen der Capitaña Tallith ya Balash fügen. Das monatliche Opfer an den Drachen wurde freilich beibehalten ...

Die Pforte von Kabash
Shafir der Prächtige
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