Religion in Chababien
Die Menschen des Wilden Südens sind Gläubige der Zwölfgötter: Praios, Rondra, Efferd, Travia, Boron, Hesinde, Firun, Tsa, Phex, Peraine, Ingerimm, Rahja. Natürlich spielen die zwölf Gottheiten für den einzelnen Menschen je nach Beruf und heimatlicher Landschaft, nach Armut und Reichtum, Alltag und Festtagen, in Jugend und Alter usf. eine unterschiedlich große Rolle:
Bauern im Chabab-Tal beten zur Flurgöttin Peraine, aber auch zu Efferd, daß er sie vor Überschwemmungen verschonen möge, Bauern in der Pampa bitten Efferd um Regen. Weinbauern beten zu Praios um viel Sonne. Fischer bitten Efferd um reichen Fang und ruhige See. Hirten bitten Peraine und Tsa um Nachwuchs für ihre Tiere, rufen aber durchaus Rondra im Kampf gegen Wölfe, Schafdiebe und wilde Goblins an. Händler flehen zu Efferd um sichere Seefahrt und Phex um Handelsgeschick. Handwerker arbeiten im Zeichen des Ingerimm, lieben im Zeichen der Rahja, sterben im Zeichen des Boron. An Festtagen und in Liebesnächten opfert jeder Rahja, vor allem für junge Leute spielt sie eine große Rolle. Jedes Haus und Herdfeuer, von der Hirtenhütte zum Palast, steht unter dem Schutz der Travia. Boron ist der Herr der Verstorbenen und geht irgendwann jeden an ...
Alles in allem glauben die Menschen an die Zwölf als Gesamtheit und an ihr Gefolge aus Halbgöttern und Heiligen, die als Mittler angerufen werden. Sie leben in einer leidenschaftlichen Beziehung mit den Göttern, im Flehen wie im Danken und Preisen. Sie bringen den Göttern Blutopfer dar: Tauben, Hühner, Lämmer und Böcke, das eigene Blut. Alles, was die Erde hervorbringt, Öl und Getreide, Gemüse und Obst, Kräuter und Honig, kann Opfergabe sein. Alles, was aus dem Meer kommt, alle Früchte der menschlichen Arbeit und der göttlichen Natur. Unter Weihrauchgewölk und murmelndem Gesang erbitten die Menschen die Gunst der Götter.
Sie erbauen den Himmlischen Tempel und Schreine, wohin sie ihre geweihten Brote tragen. Tempel mit Priestern stehen nur in den Städten. Meist sind es nur ein bis drei Tempel in einer Stadt, die jeweils einem der Zwölfgötter geweiht sind, den für die Stadt wichtigsten. So wird eine Fischer- und Handelsstadt einen Tempel des Efferd und vielleicht Tempel des Phex und Ingerimm aufweisen. Die übrigen Zwölfgötter sind teils durch Schreine in der Stadt vertreten, teils aber gar nicht.
In allen Dörfern gibt es einen Schrein, der dem oder den wichtigsten Göttern geweiht ist. Kleine Statuen oder Bilder stehen für die Gottheiten. Es kann auch ein heiliger Hain, eine Quelle oder ein Brunnen sein. Außerhalb der Dörfer stehen Wegrandschreine. Wer ein Anliegen hat, betet und opfert an diesen Plätzen, an denen die Götter nahe sind. Die ganze Dorfgemeinschaft versammelt sich um den Schrein zu den Festen der Götter oder in dringenden Notlagen. Der oder die Dorfälteste leitet die religiösen Handlungen. Selten einmal kommt ein Priester aus dem nächsten Tempel vorbei und spendet seinen Segen.
So ist es kein Wunder, daß sich auf dem Land abweichende Kulte ausgeformt haben, die nicht immer den Vorstellungen der Priesterschaft entsprechen. Die urtümliche ländliche Verehrung der Fruchtbarkeit und des Geschlechtlichen kümmert sich wenig um einzelne Götter, sie sieht im Gegenständlichen ihre Sinnbilder und Kultobjekte. Götterbilder zeigen den Mutterschoß und die quellenden Brüste, gewaltige Schenkel, das erregte männliche Glied. Die Bilder von Peraine, Tsa, Rahja und Sumu verschwimmen, und nicht nur Hexen und Druiden beten zur verpönten Satuaria.
Und manche Gruppen stehen klar außerhalb der zwölfgöttlichen Ordnung. In der Stadt Neetha und vereinzelt auch außerhalb hat der Gott ohne Namen Anhänger gefunden. Der Unglaube der Novadis, die nur den Eingott Rastullah ehren, wird von den Chababiern heftig abgelehnt. Novadis dürfen nur als vorübergehend geduldete Händler nach Neetha oder Kabash kommen.
Verbreiteter ist der Glaube an die ‚wahren Zwölfgötter': ein von den bekannten Zwölfgöttern abweichendes Pantheon, in dem die ‚falschen Götter' Rondra, Hesinde, Firun und Ingerimm fehlen und dafür der kriegerische Stiergott Rasrag, der Drachengott Dakor, der Jagdgott Orvai sowie der ‚Unbekannte' angebetet werden - hinter dem sich wiederum der Namenlose verbergen dürfte. Das Zentrum der Sekte liegt im geheimnisvollen Kloster Abbadom, ihre geheimen Anhänger sind an Dutzenden Orten in Adel und Volk zu finden.
Die Goblins haben, sofern sie als Sklaven unter den Menschen leben, keine Götter mehr. Ihre wilden und freien Verwandten in den Bergen beten noch immer zu Mailam Rekdai und Orvai Kurim, daneben aber auch zu einzelnen Zwölfgöttern, deren Macht sie zu fürchten gelernt haben.
Die Götter des Wilden Südens
Die Zwölfgötter
Praios: Sonne, Ordnung (Sonne, Greif, Griphon)
Rondra: Kampf, Gewitter (Löwin, Kriegerin)
Efferd: Wasser, Meer, Seefahrt, Regen (Fischmensch, Dreizack)
Travia: Herdfeuer, Gastfreundschaft (Wildgans, Herdfeuer)
Boron: Tod (Rabe, zerbrochenes Rad)
Hesinde: Wissen, schöne Künste (Schlange, Sechseck)
Firun: adlige Jagd (Pfeil und Bogen)
Tsa: Tiere, neues Leben, neue Ideen (Eidechse, Achtpfeil)
Phex: List, Handel (Mond)
Peraine: Erde, Pflanzen, Ackerbau (Ähre, Storch)
Ingerimm: Handwerk (Zyklopenauge)
Rahja: Freude, Lust, Wein (Stute, Weintrauben, Phallus)
Halbgötter
Horas: das Kaisertum
Mada: Magie, Mond
Heilige
Geron: Tapferkeit
Karsina: ruhige See
Thuan: Regen
Valpo: Wein, Feste
Dalek: Liebesnächte
Sajalana: Schwangerschaft
Therbûn: Gesundheit
Isiz: Bestattung
Die wahren Zwölfgötter
Afard: Meer, Seefahrt (Fisch)
Rasrag: Krieg, Kampf (Stier)
Dakor: Feuer, Magie (Drache)
Perainis: Fruchtbarkeit (Ähre, Lamm)
Tsa: Leben, Geburt (Schlange)
Boron: Tod, Schlaf (Rabe)
Travina: Frieden, Ordnung (Taube)
Praian: Tag, Reichtum (Sonne)
Fex: Nacht, List (Mond)
Raia: Lust, Vergnügen (Stute)
Orvai: Jagd (Widder)
Der Unbekannte (Gesichtloser)
Der Namenlose: Macht, Reichtum, Rache
Die Götter der Hexen und Druiden
Sumu: Erde, Leben, Pflanzen, Tiere
Satuaria: Fruchtbarkeit, Magie
Die Götter der freien Goblins
Mailam Rekdai: Fruchtbarkeit, Leben, Friede, Pflanzen, Frauen
Orvai Kurim: Jagd, Kampf, Tod, Tiere, Männer
Der Gott der Novadis
Rastullah: Ehre, Kampf
Tempel und Städte
Praios: Neetha, Thegûn
Rondra: Neetha, Eldoret, Tovenkis, Keshal Thorra
Efferd: Neetha, Valavet, Karsina, Despiona, Chetoba, Tovenkis, Ralûnk, Shilish
Travia: Bahin
Boron: Gebein
Hesinde: Neetha, Chetoba, Thegûn
Firun: kein Tempel
Tsa: Neetha, Chetoba, Tovenkis
Phex: Neetha
Peraine: Valavet, Eldoret, Karsina, Tovenkis, Kabash, Brelak, Shilish, Wanka
Ingerimm: Eldoret, Ralûnk, Rhuvak
Rahja: Neetha, Despiona, Wanka
Horas: Despiona
Zwölfgötter (präsilemisch): Abbadom
Rastullah: Bahin
Städte und Tempel
Neetha: Praios, Rondra, Efferd, Hesinde, Tsa, Phex, Rahja
Valavet: Efferd, Peraine
Eldoret: Rondra, Peraine, Ingerimm
Karsina: Efferd, Peraine
Despiona: Efferd, Horas, Rahja
Chetoba: Efferd, Hesinde, Tsa
Tovenkis: Rondra, Peraine, Efferd, Tsa
Gebein: Boron
Thegûn: Hesinde, Praios
Kabash: Peraine
Brelak: Peraine
Shilish: Peraine, Efferd
Wanka: Peraine, Rahja
Bahin: Travia, Rastullah
Tashbar: kein Tempel
Ralûnk: Efferd, Ingerimm
Rhuvak: Ingerimm
Keshal Thorra: Rondra
Abbadom: Zwölfgötter (präsilemisch)
Religion in Neetha
Feste
Geburt
Hochzeit
Tod
Die Goblins
Abbadom
Heilkunst
Zauberei
Der Kampf um die Zwölfgötter in den Dunklen Zeiten
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