Die Kababische Küste


Das Meer, blaß und durchsichtig im Morgenlicht, dunkel unter der Mittagssonne, leuchtet unter der sinkenden Sonne wie geronnenes Blut. Nur selten, im Herbst oder Winter vielleicht, tobt ein Gewitter, schlagen Blitze in ununterbrochener Reihenfolge ins rauschende Meer ein, begleitet von rollendem Donner. Der pfeifende Wind, der das Meer mit kleinen Schaumkronen bedeckt, weht von Westen.
Zwischen Neetha und Eldoret zieht sich der Strand viele Meilen und Tagesmärsche weit die Küste entlang, dem sanften Schwung der Buchten folgend. An Sommertagen stört kein Hauch die sandigen Buchten am klaren Wasser, das nur in manchen Winternächten stöhnend zu arbeiten anfängt und dann wie eine große Trommel ist, auf die der Wintersturm fällt. An diesen heißen Tagen liegen flirrende Schatten in den Buchten, gegen die das stille Meer drängt. Nachts kann man in den Rundungen der Buchten tanzende Laternen von Fischerbooten sehen. Stets zur gleichen Morgenstunde kauert die Bevölkerung der Fischerdörfer im Widerschein des Meeres, primitivste Bedürfnisse befriedigend, den ockerfarbenen Sand düngend: unschuldig die Obszönität des Volkes unter der aufgehenden Sonne. Nagend und schmatzend leckt das Meer die Spuren der Menschen fort. Tagsüber ruhen die Fischerboote am Strand aus, und in der Sonne trocknen Fischernetze.
Tausende Muschelschalen liegen am Strand. Über der Flutgrenze wachsen Salzkraut und Sanddorn, auch das seltene Neckerkraut. Die brechenden Wellen brausen, und die kreischenden Stimmen der Seevögel erfüllen die salzige Luft. Silber- und Marboschwalben, Sturzflieger, Fischräuber und Löffelmöwen kreisen in dichten Schwärmen. Rote Krabben gehen seitwärts am Strand spazieren. Aus dem Meer können in den Nächten Necker oder Krakenmolche steigen, und an manchen Tagen sichten die Menschen Westwinddrachen.
Die Fischerdörfer der Kababischen Küste liegen hinter Dünen verborgen. Wie ein Wall aufgeschüttet, trennen sie Efferds und Peraines Reiche. Im sandigen Grund der Dünen wurzeln windschiefe Kiefern, verkrüppelte Ilmen und Korkeichen. Landeinwärts verläuft die Küstenstraße des Kaisers Silem-Horas, welche die Buchten und Halbinseln abkürzt und die meisten Dörfer links liegen läßt.
Die Eldoreter Halbinsel ist eine Ansammlung gewaltiger Dünen. Wo das Land ins Meer übergeht, dehnen sich Lagunen und Lidos: ruhige Fischgründe und sichere Ankerplätze. Die großen Seen der Halbinsel, seicht und von Schilfgürteln umgeben, enthalten teils süßes, teils brackiges Wasser. Von der Ebbe zur Flut steigt das Meer über zwei Schritt, und überflutete Ruinen bei Despiona zeigen, daß alles auf Sand gebaut ist. Unweit von Chetoba soll vor langer Zeit ein echsischer Tempel der Tsa versunken sein, dessen Brunnenwasser ewiges Leben spendete. Die Inseln vor der Küste - von Nord nach Süd Venis, Cordis, Ceresis und Timos - sind im Grunde bewachsene Sandbänke. Venis und Ceresis wurden von Menschen besiedelt, die dort die Dörfer Theron und Chilos gründeten.
Man nennt diesen Teil des Meeres die Zyklopensee, und ihn befahren Handelsschiffe aus Städten wie Havena, Grangor, Kuslik, Belhanka, Methumis, Rethis, Teremon, Drôl, Chorhop oder Brabak, auch Kriegsschiffe des Lieblichen Feldes, aber sie legen nur in Neetha, Despiona oder Chetoba an. Thorwal- und andere Piraten überfallen Handelsschiffe, Reisende auf der Küstenstraße, ganze Dörfer. Und wenn die Winterstürme ein Wrack ans Ufer werfen, werden die Dorfbewohner selbst zu Strandräubern ...

Die Dörfer
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Salinen
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Latifundien der Granden und Kavaliere
Das Gesetz des Südens
Die Casanostra
Eldoret
Despiona
Rhuvak
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Die Hohen Eternen
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