Die Hohen Eternen


Als die Bosparaner erstmals die schroffen, schneebedeckten Gebirgsketten südlich der Goldfelsen sahen, waren sie so beindruckt, daß sie ihnen den Namen ‚Eternen' (‚Die Ewigen') gaben. Die Goblins und Tulamiden haben eigene Namen für diese Berge: ‚Dscherim Al'Palisander' (‚Berge der Rosenholzbäume') und ‚Kupak Suula' (‚Berge der Goblins'). Die Hohen Eternen sind ein Kalkgebirge, das bedeutet: weißer bis hellgrauer Stein, schroffe, zerklüftete Gipfel und Grate, Schotterhalden, viele Blumen, wenig Wasser. Bergseen und Wasserfälle gibt es hier nicht, aber verzweigte Höhlen und starke Quellen zu Füßen der Berge. Während der Wilde Süden sich sonst durch glühende Hitze auszeichnet, kann es in den Bergen sehr kalt werden, vor allem natürlich in den Wintermonaten Hesinde, Firun und Tsa, das sonstige Jahr in den Nächten. Die menschlichen Holzfäller folgen dem Vorbild der Goblins und hüllen sich in wärmende Pelze.
Die unteren Hänge und Vorberge sind bewaldet: harzduftende Kiefern- und Zedernwälder, in den tiefsten Lagen auch Rosenholz- und wilde Mandelbäume, in den höchsten Lärchen, Zirbelkiefern und Firunföhren. Tagsüber weht der Talwind die Hänge hinauf, nachts kommt der Bergwind zurück. In den Wäldern und Bergen leben die gefürchteten Wölfe, die Feinde der Hirten und Herden. In schlechten Zeiten fallen sie auch Menschen an und werden durch die jährliche Wolfsjagd des Barons von Kabash bekämpft. Weiteres Jagdwild in den Bergwäldern sind Rehe, Wildschweine und Rebhühner, wobei einander immer wieder menschliche und goblinische Jäger in die Quere kommen. Andere typische Tiere der Eternen sind Baumbären, Süßmaule, Rotfüchse, Rotluchse, Wildkatzen, Königsadler, Blaufalken, Silber- und Marboschwalben, Blindschleichen, Smaragdeidechsen oder Klippechsen. Und wenn man den Geschichten der Hirten und Holzfäller glauben mag, tanzen auch Dryaden und Waldgeister durch die Wälder.
Das Wasser, das in den Kalkbergen versickert, sammelt sich zu unterirdischen Flüssen und Seen. Es gräbt ausgedehnte Höhlen, Tunnel und Gänge und tritt als Karstquelle ans Tageslicht. Der so plötzlich entstehende Bach oder Fluß verschwindet manchmal schon nach einigen Meilen wieder im Boden. Nur bei starken Regenfällen kann ein solcher Schlund das Wasser nicht fassen; dann setzt sich der Fluß auch noch nach einer Wasserschwinde fort. Die meiste Zeit erstreckt sich hier ein trockenes Flußbett. Der unterirdische Wasserlauf wird durch Wasserfälle, Engstellen oder Siphone unterbrochen. Lange Strecken fließt das Wasser in niedrigen Gewölben, dann wieder weitet es sich zu stillen Seen in geräumigen Hallen, deren Decke und Wände zahllose Tropfsteine überziehen. Im Lauf der Zeit gräbt sich das Wasser in die Tiefe und läßt trockene Höhlen zurück. In diesen Höhlen wohnen Fledermäuse, Gruftasseln oder Höhlenspinnen; Feuermoos, Efferdsmoos und Phosphorpilze überziehen die Wände. Weiter im Süden sollen auch Höhlendrachen leben, nicht aber hier in Shafirs Revier.
Über der Baumgrenze erstrecken sich weite Hochtäler, die kaum ein Mensch betreten hat. Almgras und Latschen bedecken die Hänge und Hochflächen. Barbaritze, Heidekraut, Almrausch, Talaschin, Bleichmohn, Gulmond, der eitrige Krötenschemel, grauer Mohn, die Madablüte, die vierblättrige Einbeere, Tarnele, das Wirselkraut, Zwölfblatt, Enzian, Edelweiß und viele andere Kräutern und Gebirgsblumen wachsen in dem dünnen Erdboden. Es gibt nur wenige Bäche und gar keine Bergseen. Steinböcke, Murmeltiere, Berg- und Königsadler, Blau- und Sturmfalken und die wahnsinnigen Harpyien tummeln sich am Himmel und in den Felsen. Das friedliche Geläut von Schaf- und Ziegenherden klingt in der Stille, und wenn über dem Tiefland die Wolken liegen, wölbt sich über den Almen ein tiefblauer Himmel. Hier oben leben die freien Goblins, gerüchteweise auch einige Orks. Hunderte unerforschte Täler hinter namenlosen Pässen und Gipfelketten bieten Raum für Vermutungen, daß dort ein Land der Tulamiden, Drachen oder Dschinnen, der Feen oder Götter liegen soll.
Zerklüftete, kahle Hochflächen, Steilwände, Schotterhänge und Geröllhalden prägen das Hochgebirge. In den höchsten Gebirgsregionen liegt das ganze Jahr über Schnee, doch dort hinauf steigt ohnehin niemand (die Goblins zu kultischen Zwecken ausgenommen), wachsen hier doch nur noch kümmerliche Flechten auf den Steinen zwischen Eis und Schnee, außerdem brennt die Sonne hier oben besonders stark und grell, was Augen und Haut leicht schaden kann. Die meisten Gipfel der Hohen Eternen, von Schnee bedeckt, von Wolken verhüllt, sind unbestiegen. Die wenigsten Gipfel tragen (menschliche) Namen. Am bekanntesten sind die ‚Drachenzähne' in der Nähe der Pforte von Kabash, unter ihnen der ‚Feuerschweif' und der ‚Khomblick', unter dem Shafirs Drachenhöhle liegen soll.

Die Suulak
Die Pforte von Kabash
Tashbar
Shafir der Prächtige
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Die Pampa
Das Chabab-Tal
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