Chabab-Tal


Behäbig schlängelt sich der breite Chabab durch das Tiefland zwischen Bergen und Meer. In der Geschichte hat er mehrfach seinen Lauf verschoben und so das ausgedehnte und fruchtbare Chabab-Tal hinterlassen. Nirgendwo sonst im Wilden Süden sind Äcker und Gärten ertragreicher und besser bewässert. Bergamotten, Nelken und Lavendel, Palmen und Feigen, Oleander und Mimosen, Salbei, Methumian und Magnolien wuchern üppig. Uralte Haine, deren stählerner Glanz die Ölbäume verrät, wechseln mit Zitrus- und Feigenbäumen, Melonenfeldern und Melanzanen. Sonnenlicht, das wie flüssiges Wachs gelb und dick durchs Geäst tropft, dicke Orangen, geschwollen vor Süßigkeit, deren aromatischer Saft klebrig über die Finger rinnt: diese Landschaft ist von Peraine gesegnet.
Vielerlei Tiere leben in dieser nahrhaften Umgebung: Rotpüschel und Riesenlöffler hoppeln über die Äcker, Maulwurf und Wühlmaus graben sich durch die Erde, Spitzmaus und Streifenmaus huschen unter den Augen von Falken und Bussarden umher. Auf dem Chabab schaukeln die Lachmöwen; Goldkranich und Rubinkranich ziehen am Himmel, Drosseln singen in den Sträuchern. Silberschwalbe und Marboschwalbe zeigen das Wetter an, Fledermäuse flattern durch die Nacht, auf den Wegen sonnen sich Käfer in bizarren Farben und Formen. Manche Geschöpfe werden den Menschen eine Plage: Rebläuse schädigen Weinberge, Nacktschnecken Gärten, Heuschrecken Felder. Aus Bewässerungsgräben und Sümpfen steigen Stechmücken in dichten Schwärmen. Doch Weinbergschnecken werden gesammelt und gegessen.
Im Bereich des Purfo-Sees und der Mündung des Akragas, von Wanka bis Shilish, wird der Boden sumpfig. Schilfwälder bieten zahlreichen Vögeln Schutz, in Wasserlöchern suhlen sich zahme Büffel. Zwergpalmen und Sumpfzypressen bilden kleine Haine, auf dem Wasser schwimmen Seerosen. Vielerlei giftige und heilsame Gewächse verbergen sich in den Sümpfen: Egelschreck, Donf und Rahjalieb, selten auch der Arganstrauch, die Iribaarslilie, die Rote Pfeilblüte, Sansaro, Atmon, Carlog, Chonchinis, das Wirselkraut und das Zwölfblatt. Im Lenz setzt der Chabab diese Landstriche unter Wasser. An den Rändern der Sümpfe bauen die Menschen Reis an, wobei zahlreiche Goblins zum Einsatz kommen. Typische Kreaturen der Sümpfe sind Moskitos, Libellen, Goldfrösche, Kraniche, Sumpfechsen, Fischechsen, Sumpfegel, Stachelschildkröten, Taschenschildkröten, Fledermäuse, Riesenspringegel und Morfus - und die Büffel der Menschen.
Tagsüber liegen die Büffelherden schwarz und geduldig im schweren Schatten der Feigenbäume, suhlen sich im dunklen Schlamm der Chabab-Sümpfe. Abends wollen sie gemolken werden. Dick und prall hängen die Euter den Kühen vom Leib. Geduldig locken die Hirten ihre Tiere mit poetischem Zuruf. Die Milch dieser Kühe ist so frisch wie Quellwasser im Gebirge. Wenn die Hirten ihre Büffel zärtlich rufen, fliegt Poesie von ihren Lippen. Sie sind klein und schmutzig, hoffnungslos analphabetisch und abergläubisch, doch mit ihren Tieren gehen sie so liebevoll um wie sie zu Fremden einsilbig sind.
Tausende Menschen leben in Dörfern und Kleinstädten auf beiden Seiten des Stromes, verbunden durch die südseitige Via Chababia und viele Karrenwege, getrennt durch die Grenze zwischen den Provinzen Chababien und Drôl. Die friedliche Idylle täuscht: Hier, wo der Wein fast wollüstig wächst in süßen schweren Trauben, wo Ölbäume reiche Frucht tragen, die Feigen klebrig zerplatzen, die Sonne genießerisch im gelbgepunkteten Laub der Zitrusgärten wühlen kann, sind die Grundherren so blutsaugerisch und die Casanostra so stark wie nirgend sonst. Auf den Gütern der Adligen arbeiten ungezählte Goblinsklaven, und die jungen Leute gehen lieber als Arbeiter oder Prostituierte nach Neetha, als sich bei ihnen einzureihen. Die rote Keuche wütete am stärksten im Chabab-Tal, und in jenen Tagen war Peraine fern.
Doch nicht nur Tiere wohnen neben Menschen und Goblins im Chabab-Tal: In den Hainen kann man Nymphen und Dryaden begegnen, und in einigen wenigen Siedlungen leben sogar Grolme.

Die Dörfer
Ackerbau
Olivenhaine
Obstgärten
Weinbau
Viehzucht
Die Goblins
Die Grolme
Die Wanderer
Das Gesetz des Südens
Die Casanostra
Eskenderun
Jahreszeiten
Landschaften
Neetha
Die Pampa
Die Hohen Eternen
Die Kababische Küste
Landkarte

weiter