Ackerbau


Das Getreide des Wilden Südens ist der Weizen, doch baut man auch Roggen, Gerste und Hafer an, Reis im Chabab-Tal und Mais im Tal des Akragas. Gepflügt wird mit dem Holzpflug, den ein Ochse, ein Ackergaul, ein Mensch oder einige Goblins ziehen - je nach dem Grad der Armut des einzelnen Bauern. Nach dem Pflügen muß man eggen, dann säen. Mag die Familie hungern, das Saatkorn muß über den Winter gebracht werden. Wenn die Felder von hohen Halmen wogen, stellt man Vogelscheuchen auf. Geschnitten wird das Korn mit Sichel und Sense im Sommer. Gedroschen wird es mit Eselhufen auf gepflasterten Dreschplätzen. Die runden Dreschplätze sind ein prägendes Element der Landschaft. Gemahlen wird mit runden Mühlsteinen aus Zwergengranit, von Eseln oder Windflügeln angetrieben. Die Windmühlen sind in der Landschaft ebenfalls sehr auffällig. Ein wenig wird auch auf Handmühlen gemahlen. Gebacken wird in den einzelnen Bauernhäusern und Adelsvillen, nur in den Städten arbeiten eigene Bäcker.
Im Lenz blühen blau die Flachsfelder am Rande des Chabab-Tals. Im Sommer wird der Flachs aus der Erde gerauft und getrocknet. Man entfernt die Samenkapseln, legt den Flachs einige Wochen ins Wasser, um den Klebstoff zu lösen, der die Fasern in den Stengeln zusammenhält. Im Herbst trocknet man den Flachs in eigenen, geheizten Hütten. Er muß so trocken werden, daß man die spröden Rinden der Stengel brechen kann. Die Reste der Stengel werden mit Holzmessern aus den Flachsfasern geschlagen. Dann hechelt man den Flachs durch dünne Eisenspitzen. Er wird fein gekämmt, von kurzen Fasern und letzten Verunreinigungen befreit und zu Strähnen gewunden. Im Winter surren die Spinnräder, und im neuen Lenz werden die gesponnenen Fäden auf Webstühlen zu Leinen gewoben.
Auf den Tabakfeldern des Wilden Südens wächst ein starkes Kraut, das bis nach Gareth die Kenner verzückt: Der ‚Chababier' wird selbst im Hotel Seelander geraucht. Von den Talern und Dukaten, die für diese teuren Sorte gezahlt werden, bekommen die Landarbeiter, die bei der Tabakernte zahlreich Arbeit finden, selbstredend nichts zu sehen: Alles wandert in die Taschen der Grundherren und Zwischenhändler.

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